Manuelle Lymphdrainage

Bei gesunden Menschen werden täglich etwa 20 Liter Flüssigkeit aus den arteriellen Blutgefäßen in den Zwischenraum abgegeben. Etwa 17 Liter davon werden wieder vom Blut aufgenommen. Aus dem Rest bildet sich die Lymphe. Das Lymphsystem nimmt die Flüssigkeit auf und gibt sie am Venenwinkel in der Nähe des Herzens wieder an die großen Venen ab.

Bei Überlastung bleibt die Flüssigkeit im Gewebe liegen und es kommt zu Anstauungen der Flüssigkeit im Gewebe (Ödeme).
Die manuelle Lymphdrainage ist eine langsame, rhythmische und systematisch aufgebaute Behandlung, die dazu dient, das Ödem zu entstauen und den gestörten Lymphabfluss zu verbessern.
Durch kreisförmige Verschiebetechniken, welche mit leichtem Druck ausgeführt werden, wird die Flüssigkeit in Richtung Herz verschoben. Die manuelle Lymphdrainage wirkt sich überwiegend auf den Haut- und Unterhautbereich aus und soll keine Mehrdurchblutung wie in der klassischen Massage bewirken.

Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen wird diese Therapie mit Kompressionsverbänden, Hautpflege und spezieller Bewegungstherapie kombiniert und unter dem Begriff „Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) zusammengefasst.

Anwendungsgebiete

Ödeme nach Lymphknotenentfernung bzw. Bestrahlung bei Krebs

Ödeme nach Operationen oder Traumata

Lipödem

Ödem bei chronisch-venöser Insuffizienz

Primäres und sekundäres Lymphödem

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